Recovery –Ansatz im Alltag

Ziel /Zweck

  • Den Fokus auf die individuellen Lebenswege von Klienten und die damit einhergehende individuelle Festlegung von Zielen zu legen.
  • Verminderung von Bezug auf Symptomen
  • Selbstständigkeit und Selbstbestimmung der Klienten zu unterstützen und fördern
  • Soziale Einbindung der Klienten fördern
  • Eigenverantwortlichkeit unterstützen
  • Akzeptanz und Integration der Krankheit in den Alltag
  • Klare Zielformulierung, klare Orientierung
  • Pflegediagnosen zu formulieren

Wiedererlangen der Fähigkeiten für die Aktivitäten des täglichen Lebens.

Definition

Recovery- Ansatz hilft den Klienten (und den Pflegefachpersonen), die Stärken und Interessen zu identifizieren und dann die Möglichkeiten zu finden, auf diesen aufzubauen und die persönlichen Ziele der Klienten festzulegen und zu verfolgen.

Kriterien

Ausrichtung des Recovery- Ansatzes:

  • An den Wünschen und Bedürfnissen der Klienten
  • Am Alltagsleben der Klienten zu Hause
  • An der jeweiligen Krankheitsphase (akut, instabil, stabil und frei von Symptomen) der Klienten
  • An der jeweiligen Lebensphase der Klienten (Geschlecht, Alter, Biographie)
  • An der individuellen Lebenssituation des Klienten
  • An den Voraussetzungen und Fähigkeiten der Klienten

Ablauf /Vorgehen

  • Die Arbeit der Pflegefachperson und den Klienten sollte von Offenheit und Zuversicht getragen sein. Lösungen und Perspektivenentwicklung sind zentral.
  • Die berufliche Perspektive soll nicht ausser Acht gelassen werden (Sinnstiftung)
  • Beim üben und Ausprobieren von den Aktivitäten des täglichen Lebens soll der Beitrag der psychiatrischen Pflege vor allem eine Unterstützung im Sinne des Coachings sein.
  • Regelmässige Kontakte planen
  • Klare Abmachungen treffen und dadurch Verbindlichkeiten schaffen
  • Transparenz und Nachfragen
  • Akzeptanz von Lebensstilen die nicht dem Mainstream entsprechen

 

Institutionelle Versorgung versus Recovery Ambulante Versorgung

Anbieter-/Institutionszentriert

Person-/ Recovery -zentriert

Macht über die Menschen
Erwecken der Stärken in den Klienten
Kontrollorientierung
Orientierung an Wahlmöglichkeiten
Risiko- und angstbasierend
Basiert auf Wünschen und Perspektiven
Anpassung ans Hilfesystem
Anpassung an die Klienten
Defizit-Modelle
Förderung von Fähigkeiten und einem sinnvollen Leben